Von der DDR der 1970er Jahre bis zur Wende

Anfang der 1970er Jahre wurde in der DDR der Bau von Wochenendhäuschen erlaubt, worauf in den nächsten Jahrzehnten 3,4 Millionen Datschen entstanden. Die Geschichte der Wochenendhaussiedlung entlang des Ufers des Settiner Sees begann im Jahr 1973, als die ersten vier privaten Bungalows an dem landwirtschaftlich nicht nutzbaren Hang in Bau gingen. Mit dem Prüfbescheid 145/73 der Staatlichen Bauaufsicht des Kreisbauamtes Schwerin-Land und der Zustimmung der Kreishygiene-Inspektion, der Wasserwirtschaftsdirektion Warnow sowie des Rates des Bezirkes konnte gebaut werden. Die Bauherren waren ein Chefarzt des örtlichen Krankenhauses, ein Kollege sowie eine Obristin des Ministeriums für Staatssicherheit nebst einem Kollegen. Die Bauherren schätzten die privilegierte Lage ihrer Bungalows und sie sorgten dafür, dass die Zuwegung in den späteren Jahren durch Ketten für die Öffentlichkeit gesperrt wurde. Für die Errichtung der weiteren acht Bungalows des Typs W40/72-GSB-TR des VEB Gasbetonwerk Parchim durch das Landtechnische Instandsetzungswerk Schwerin erteilten der Rat der Gemeinde und die Staatliche Bauaufsicht im April 1973 ihre Zustimmung. Die zumeist gelernten Elektriker taten sich schwer mit Steinen, Mörtel und Kelle. In der Betriebsgeschichte des VE-Landtechnisches Instandsetzungswerks Schwerin, Teil 3: 1971-1979, heißt es über die ersten fertigen Bungalows:


"Vier Bungalows konnten genutzt werden. In den hervorragend eingerichteten Räumen ließ sich gut leben und somit war hier ein Platz der Freude und Erholung entstanden. Für die Aufbauhelfer war es eine Genugtuung und die vielen Aufbaustunden und die damit verbundenen Strapazen waren vergessen. Die Möglichkeit zu einem Urlaubertausch auch über die Grenzen unserer Republik hinaus wurden Wirklichkeit. Als erste ausländische Gäste konnten wir zwei Familien aus Ungarn begrüßen.“

Auf die letzten beiden Sätze kommt es an: die Mitarbeiter des LIW konnten im Austausch nun ihren Urlaub am ungarischen Balaton verbringen. Damit erlahmte allerdings der Fleiß und der letzte Bungalow wurde durch eine Baufirma errichtet.

Die acht betrieblichen Ferienbungalows wurden nach der Wende an Mitarbeiter verkauft. Bei allen zwölf Bungalows gab es aus DDR-Zeit ein selbständiges Gebäudeeigentum: Grund und Boden gehörten nicht dazu. Einer der Bungaloweigentümer kaufte „sein“ Grundstück, das von der nächsten öffentlichen Straße bis an den See reichte. Auf diesem Grundstück – durch das die Siedlung in zwei Teile getrennt wurde – befanden sich die Versorgungsanlagen. Als die übrigen Bungaloweigentümer nun einen finanziellen Beitrag zur Unterhaltung dieser Anlagen zahlen sollten, kam es zum Zerwürfnis. Die übrigen Bungaloweigentümer gründeten im Januar 1992 einen Erschließungsverein, der – obwohl als Wirtschaftsverein angelegt – ein Jahr später im Vereinsregister eingetragen wurde. Die Mitglieder zahlten jeweils über 20.000 DM in die Vereinskasse und der Verein erwarb nach und nach Grundstücke. Mit 16 DM pro Quadratmeter wurde der Grund und Boden doppelt so teuer wie im Dorf. Neue Strom- und Wasserleitungen wurden gelegt und jeder Bungalow erhielt eine eigene Sammelgrube.